Welches Fahrrad ist für den Radurlaub besser? Gravel Bike oder Trekkingrad?
Du hast voll Bock darauf, mal mit dem Rad für ein paar Tage rauszufahren? Vielleicht hast du auch schon ein Trekking-Rad und fragst dich, ob nun noch ein Gravel Bike sein muss? Oder du hast gar kein Fahrrad und überlegst dir, wieder eins zu kaufen? Doch welches Fahrrad ist das Richtige für lange Touren? Gravelbike oder Trekkingrad? Und worauf sollte man achten?
Ich habe sowohl ein Trekking-Rad, als auch ein Gravel Bike und bin mit beiden schon lange Touren gefahren: Mit meinem Trekking-Rad bin ich den Alpe Adria Radweg gefahren, mit dem Gravel Bike habe ich u.a. die Schweiz durchquert. Aber auch im Flachen war ich mit beiden schon ausgiebig unterwegs. Mit beiden habe ich gezeltet, aber auch Hotel-Touren gemacht. Ich kann also beide ziemlich gut vergleichen.
Es folgen also meine Pro- und Contrapunkte zu den jeweiligen Rad-Arten, immer mit dem Fokus auf Bikepacking, Radreisen und Bike-Abenteuer.
Trekking Rad – Zuverlässiger Lastenesel
Ein Trekking-Rad haben wahrscheinlich die meisten von euch noch im Keller stehen. Das Trekking-Rad war mein erstes Reiserad und das Rad, mit dem ich Blut geleckt habe.
Vorteile
- Ein Trekking-Fahrrad kommt meist komplett fahrbereit. Es ist schon alles montiert, was du bauchst: Pedale, Licht, Gepäckträger. Du kannst einfach losfahren.
- Aufrechter Sitz – bessere Sicht. Auf einem Trekking-Rad sitzt man recht aufrecht und hat so eine gute Sicht. Das finde ich besonders gut, wenn man viel durch Städte fährt, da man so den Verkehr einfach viel besser im Blick behalten kann. Auch bei landschaftlich schönen Gegenden ist es gar nicht so verkehrt, sich gut umschauen zu können.
- Absolute Entschleunigung. Mit einem Trekking-Rad kann man nicht so gut schnell fahren, für mich sind also Touren mit dem Trekking-Rad sehr gemütlich und entschleunigend. Mag ich manchmal sehr!
- Klassisches Radreise-Setup erlaubt viel Gepäck. Mit einem Gepäckträger kann man nicht nur die klassischen Gepäcktaschen transportieren, sondern auch noch das Zelt oder eine weitere Tasche. So kannst du viel mehr Gepäck mitnehmen. Evtl. kannst du sogar an die Vorderrad-Gabel noch Packtaschen montieren – so musst du auf fast nichts mehr verzichten.

Nachteile
- Es ist schwer. So ein vollgepacktes Trekking-Rad ist ganz schön schwer. Und damit ist das Losfahren und besonders das Berge-Hochfahren besonders anstrengend. Insbesondere, wenn deine Gangschaltung eher für’s Flachland eingestellt ist.
- Fokus für’s Wesentliche geht verloren. Beim Radreisen liegt für mich ein Reiz darin, mich auf das Nötigste zu beschränken und kaum Ablenkung mitzunehmen. Bei meinen Touren mit dem Trekking-Rad hatte ich sogar in Tablet, mehrere Objektive für meine Kamera und verschiedenste Klamotten dabei. Die Hälfte hätte sicher auch gereicht.
- Schwieriges Ein- und Aussteigen aus Zügen. Dadurch, dass das Trekking-Rad so groß und schwer ist, finde ich es schwieriger, damit Zug zu fahren. Man kann es nicht so leicht in den Zug heben und auch wenn mal der Aufzug am Bahnhof defekt ist, ists direkt schwierig.
Gravel-Bike – flink auf allen Untergründen
Nach meinen ersten Touren war klar: Ein Gravel-Bike muss her. Und heute nutze ich das Gravel-Bike vor allem für Touren aller Art, während das Trekking-Rad immer mehr zum Stadt-Rad wird.
Vorteile
- Schneller. Mit einem Gravelbike ist man viel schneller, meist sitzt man so, dass der Luftwiederstand geringer ist und auch die Gangschaltung erlaubt, leichter schnell zu fahren. Außerdem kommt man viel besser die Berge hoch.
- Flink und wendig. Mein Gravel-Bike ist viel kleiner als mein Trekking-Rad – so bin ich super flink und wendig unterwegs und kann auch auf schwierigem Untergrund gut lenken.
- Es fährt sich leichter. Ich finde, besonders auf langen Strecken fährt sich ein Gravel-Bike einfach leichter. Mir macht es viel mehr Spaß.

Nachteile
- Ein nacktes Fahrrad erfordert viel (selbst) anbauen. Anders als ein Trekking-Rad kommt ein Gravel-Bike meist nackt. Du musst dir noch zusätzlich Pedale, Licht, Schutzbleche, vielleicht noch einen Gepäckträger kaufen und es auch alles montieren (lassen).
- Weniger Gepäck möglich. Es ist Fluch und Segen gleichzeitig. Auf der einen Seite liebe ich es, mit so wenig Gepäck wie möglich auszukommen, auf der anderen Seite nervt es auch manchmal.
- Kein festverbautes Licht. Die meisten Gravelbikes haben keinen Dynamo, sondern du brauchst ein Ansteck-Licht. Je nachdem, wie die Stromversorgung unterwegs ist, kann das schon etwas nerven, ständig das Licht aufzuladen.
Fazit – Gravelbike oder Trekkingrad?
Wenn ich nochmal vor der Entscheidung stehen würde, welches Rad ich mir kaufen sollte, würde ich vielleicht nur noch ein Gravel-Bike kaufen. An meinem Gravel-Bike habe ich mittlerweile auch einen Gepäckträger montiert, sodass ich die klassischen Taschen nutzen kann. So hab ich recht viel Stauraum und kann auch mal spontan etwas auf den Gepäckträger klemmen.
Ich finde allerdings, für’s Flachland oder die Stadt ist ein Trekking-Rad gar nicht so verkehrt. Ich mag den guten Rund-um-Blick und dass es etwas gemütlicher zugeht.
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