3 Flüsse Wochenend-Tour: Rheinradweg, Ahrradweg und Erftradweg

Ahrquelle

Manchmal ist die Zeit knapp. Sehr knapp sogar. Und die Sehnsucht nach Abenteuer groß. Sehr groß. Dann ist es mal wieder Zeit für ein Abenteuer-Wochenende vor der Haustür. Diesmal geht’s im wahrsten Sinne des Wortes vor die Haustür, zumindest, wenn du in Köln und Umgebung wohnst. Der Plan ist simpel und ideal für eine Wochenend-Tour. Freitag Mittags Abfahrt in Köln, den Rheinradweg flussaufwärts, irgendwann Abends kommt man auf einem Campingplatz am Rhein an. Samstag geht’s dann auf dem Ahrradweg die Ahr fast bis zur Quelle hoch. Und am Sonntag stattet man erst der Quelle der Ahr, dann die der Erft einen Besuch ab, bevor es auf dem Erftradweg wieder in Richtung Köln geht. Einstieg und Ausstieg wo es dir am besten passt. Und wenn du nicht aus Köln kommst, kannst du bequem mit der Bahn anreisen, denn auf der Strecke gibt’s immer wieder ein paar Bahnhöfe.

Radfahren in der Eifel
Wochenend-Tour in der Eifel: Nicht weit weg und immer ein Traum

Tag 1: Köln – Bad Hönningen – ca. 60km

Der Rheinradweg, das klingt nicht gerade nach Abenteuer, oder? Und doch ist der Rheinradweg zwischen Köln und Koblenz die perfekte Möglichkeit, um (wieder) ins Langstrecken-Radfahren reinzukommen, es gibt sehr viele Möglichkeiten, einzukehren, sodass man sich kaum Gedanken um Verpflegung machen muss und verfahren kann man sich quasi auch nicht. Denn es geht immer dem Fluss entlang. Dementsprechend halten sich die Steigungen auch in Grenzen. Meistens ist der Radweg abseits der Straße, sodass man, je nach Wetter, seine Ruhe hat und meditativ im eigenen Tempo brettern kann. Oder halt auch nicht.

Je nachdem, wo du startest, ist der Anfang der unschönste Teil der Strecke: Denn aus Köln rauszukommen finde ich immer ätzend. Hat man’s geschafft kommt Wesseling mit der Industrie, aber danach wird’s schön! Versprochen. Und das Abenteuer-Wochenende kann beginnen! Je nach Kondition kannst du in Bonn eine Pause einlegen, das liegt so mehr oder minder auf halber Strecke und am Ufer gibt’s die eine oder andere Imbissbude. Ansonsten würde ich dir empfehlen, bis z.B. Bad Breisig durchzufahren. Dort gibt’s an der Ufer-Promenade einige Restaurants, wo due wieder einkehren kannst, bevor wir den Rheinradweg verlassen und es mit der Fähre nach Bad Hönningen auf den Campingplatz geht.

Mit der Fähre von Bad Hönningen nach Bad Breisig
Mit der Fähre über den Rhein zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen

Tag 2: Bad Hönningen – Ahrdorf – 80km

Heute geht’s ins Ahrtal. Und auch, wenn du nicht aus der Region kommst, wird dir das Ahrtal nach der Flut von 2021 ein Begriff sein. Aber keine Sorge: Das Meiste ist wieder aufgebaut, zwar fehlen hier und da noch ein paar Brücken, aber grundsätzlich fährt es sich ganz gut. Ebenso gibt es sehr viele kleine und große Orte im Ahrtal, die meist mindestens ein Restaurant oder Café haben. Einkehren ist also auch spontan gut möglich.

Es empfiehlt sich trotzdem, die Route vorher vorzuplanen. Man kann zwar den Schildern folgen, aber manchmal war für nicht ganz klar, was die Route vor der Flut und was die Route nach der Flut ist. Wer also keine Lust auf Pfadfinden hat, ist mit einer gut geplanten Route auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Von Bad Hönningen geht’s ein Stück auf dem Rheinradweg zurück nach Kripp. Hier mündet die Ahr in den Rhein. Und ab hier geht’s auf dem Ahrtalradweg immer den Fluss hoch. Am Ahrtal fasziniert mich, wie vielseitig es ist und wie schnell sich die Landschaft ändert. Zu Beginn der Tour ist das Tal sehr breit, der Ahrtalradweg schlängelt sich durch breite Felder, aber spätestens in Bad Neuenahr beginnen die Weinberge, die dort noch sehr hügelig sind. Immer wieder kann man einen Blick auf fast senkrechte Steilhänge erhaschen und das Ahrtal wird immer enger. Aktuell (2025) muss man hinter Walporzheim auf die Bundesstraße ausweichen. Meine Erfahrung ist, dass das ganz gut geht, denn so viel Verkehr ist dann doch nicht.

Ab Kreuzberg geht’s dann wieder auf der ursprünglichen Route die Ahr hoch. Ab Ahrbrück folgt der Ahrtalradweg mal mehr mal weniger merkbar der alten Ahrtalbahn. Bei Radwegen auf alten Bahnstrecken habe ich immer ein lachendes und ein weinendes Auge: Auf der einen Seite freue ich mich über die, meist, grandiose Streckenführung. Auf der anderen Seite bin ich auch traurig, da der Region eine Bahnlinie genommen wurde. Durch Zufall finde ich in Ahrdorf einen Campingplatz (Campingplatz Frings-Mühle, Google Maps) – den hatte ich vorher bei Google Maps nicht gefunden. Was für ein Glücksfall! So kann ich direkt an der Strecke schlafen. Und nicht nur das: Die Zeltwiese ist auch direkt an der, an dieser Stelle, sehr kleinen Ahr.

Tag 3: Ahrdorf – Köln – ca. 100km

Traumhafter Morgen
Traumhafter Morgen am Ahrradweg

Die letzte und in meinen Augen schönste Etappe steht bevor: Morgens am gluckernden Fluss aufwachen, einen Tee im Morgengrauen trinken. Alles ist noch ruhig. Und während der Campingplatz langsam erwacht, packe ich mein Zelt zusammen und fahre los.

Es geht zurück auf die alte Bahnstrecke und so erklimme ich, fast ohne es zu merken, die Eifel. Und plötzlich bin ich schon in Blankenheim. Hier entspringt nicht nur die Ahr, sondern es gibt auch ein paar Einkehrmöglichkeiten (ein Bäcker!) und eine wirklich schöne kleine Altstadt. Theoretisch würde es sich auch lohnen, ein wenig länger zu bleiben. Naja, beim nächsten Mal! Ich folge nicht der offiziellen Verbindungsroute zwischen Ahr- & Erft-Radweg, sondern fahre ziemlich direkt und ohne Umwege von einer Quelle zur anderen. Und das hat sich gelohnt: Denn dieser Teil der Eifel ist in meinen Augen der Schönste. Dichte Wälder und offene Wiesen wechseln sich ab, zwischendurch gibt’s Hügel zum Erklimmen, die einem sagenhafte Ausblicke und rasante Abfahrten schenken. Hier schlägt mein Abenteuer-Herz höher.

Ahrquelle
Die Ahrquelle und die Erftquelle sind nicht weit von einander entfernt
Erftquelle
An Erftquelle probiere ich sogar etwas Quellwasser

In Holzmülheim erreiche ich die Erft-Quelle. Ich erinnere mich daran, dass ich ja eine Tasse mit habe und beschließe, das Quellwasser direkt mal zu probieren. Wie es schmeckt? Nicht besonders, eigentlich ziemlich normal. Halt nach Wasser. Und ab hier geht’s im Grunde nur noch abwärts – es fährt sich also ziemlich entspannt, mal auf der Landstraße, mal auf extra Wegen. Die Erft wird immer breiter und die Orte immer größer. Ich rate, in Bad Münstereifel auf jeden Fall nochmal einen Zwischenstopp einzulegen: Hier gibt’s viele Restaurants und Cafés, sodass man vor der Schlusssprint nochmal Energie tanken kann. Außerdem finde ich, dass es nach Bad Münstereifel fast ein wenig langweilig wird. Die Landschaft wird immer flacher und die Ausblicke nehmen ab. Da die Fläche zwischen Euskirchen und Köln ziemlich fruchtbar ist, wechseln sich hier Raps und Weizen ab und Wälder werden die Ausnahme.

Je nachdem, wann du die Erft in Richtung Köln verlassen möchtest, führt dein Weg durch die Wälder der Ville. Das ist mein persönliches Highlight der Region südlich von Köln. Wenn du von weiter weg kommst und mit dem Zug angereist bist, empfiehlt es sich bis nach Horrem zu fahren. Hier halten nicht nur S-Bahnen, sondern auch der RE 1, der Aachen, Köln und das Ruhrgebiet verbindet, sowie der RE 9, der von Aachen über Köln nach Siegen fährt.

Und das war’s auch schon: Ein super vielseitiges Abenteuer-Wochenende an drei Flüssen und drei Radwegen. ich bin immer wieder erstaunt, wie vielfältig diese Kombination auf Rheinradweg, Ahrradweg und Erftradweg ist. Und wie viel diese Region süd-westlich von Köln doch zu bieten hat!

Die Tour auf Komoot

Du möchtest noch mehr?

Falls du eher aus dem Süden von Deutschland kommst, könntest du auch für eine Wochenend-Tour in die Pfalz fahren: Die Radwege Deutsche Weinstraße und Kraut-und-Rüben lassen sich wunderbar zu einer Runde kombinieren.

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